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Die wichtigsten Fachausdrücke

 

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Von hier an sind Namen und Wörter in sanskrit kursiv gedruckt, moderne Personennamen in großen Buchstaben. Sanskritische Sachwörter mit kleinem Wortanfang.

Geist, "mind" im Englischen:

damit ist in etwa Denken, Verstand, Gedächtnis gemeint, also die sachliche Art, in der Welt zu stehen. Mind benutzt die Sprache (Schrift, Formeln, Bilder, Diagramme, Handwerk ...). Doch das Seelische – im Gegensatz zu mind –, ist ohne Sprache möglich; und Gefühle, die zwischen beiden liegen, drücken wir zum Teil durch eine poetische Sprache aus doch eher noch durch Bilder oder sprachlose Gesten. Was wir durch Sprechen weitergeben können, ist erst in der Kindheit und danach geprägt worden, ist also nicht angeboren.

Seelisches

aber lernen wir nicht in der Kindheit, es ist schon vorhanden oder erweckt sich aus größeren Tiefen. Ein Teil der Gefühle entstehen jedoch durch den Einfluß der Umwelt, prägen sich also. Mind entsteht fast nur durch Prägung (Konditionierung) aus der Umwelt – gefördert durch das angeborene begierige Verlangen des jungen Menschen, sich zu bilden. Da das Wort "mind" nicht ganz genau aus dem Englischen zu übersetzen ist, behalte ich es hier bei – besonders deshalb, weil hier viele Zitate aus dem Englischen stammen. Es wird oft dargestellt, daß der mind und die Prozesse, die dazu gehören, vorwiegend in der linken Hirn–Hälfte ihren Sitz haben (schön dargestellt von HAMPDEN–TURNER 1983: MODELL 23).

Bewußtheit und Bewußtsein:

Gewiß gibt es zahlreiche Definitionen dieser Begriffe. Zwei hebe ich hier heraus: Fritjof CAPRA (1987, Seite 152), Atom–Physiker aus Österreich und USA, schreibt »..., daß Gewahrsein für mich eine Eigenschaft des Geistes auf allen Ebenen des Lebens ist, Selbst-Gewahrsein jedoch das entscheidende Charakteristikum der Ebene, auf der Bewußtsein manifestiert ist.« Wenn ich hier Bewußtheit schreibe, meine ich – glaube ich – dasselbe wie CAPRA mit Selbst-Gewahrsein. OSHO RAJNEESH aus Indien (1981b): »Consciousness is always of the here and now: it knows no past, it knows no future. And that is the beauty of consciousness – it is meditative. The mind is (however) a thought-process, a procession of memories, imaginations, dreams, projections. Consciousness is a purity, a mirror, that simply reflects the reality as it is: Bewußtheit ist immer im Hier und Jetzt: es kennt keine Vergangenheit, keine Zukunft. Und das ist die Schönheit der Bewußtheit – sie ist meditativ. Der mind ist ein Gedankenprozess, ein Prozess der Erinnerungen, Einbildungen, Träume, Projektionen. Bewußtheit ist eine Reinheit, ein Spiegel, der einfach die Wirklichkeit widerspiegelt so wie sie ist.«

Englisch wird für Bewußtheit auch "conscious awareness" gesagt, auch von OSHO.

Gefühl (Emotion):

diese Gehirntätigkeit, der nicht im mind abläuft – prägt sich zum Teil, zum Teil entsteht es aus dem Augenblick. Sie wird der rechten Hirn-Hälfte zugeordnet (HAMPDEN-TURNER 1983: MODELL 23).

Seele (atman in sanskrit):

Den Begriff atman kann ich nicht voll ausschöpfen in seiner Bedeutung. Zum tieferen Verständnis verweise ich auf indische Literatur.

In diesem Bericht aber setze ich Seele und atman gleich und meine damit denjenigen Teil des individuellen Wesens (Mensch, Tier, Pflanze), der eine biologische Existenz überdauert, also über den Tod hinaus besteht. Das atman wandert von Existenz zu Existenz. Es geht bei der Zeugung – oder aber später während der Embryonalzeit – in einen lebenden Körper ein und bringt sein karma mit, welches das Schicksal dieser Existenz mit bestimmt. Das atman ist nicht identisch mit der "Seele" der westlichen Psychologie, die ja mit Methoden der Psychotherapie veränderbar ist, atman ist aber während des Lebens nicht oder nur wenig veränderbar; atman ist tiefer.

Die Frage, ob das atman von Existenz zu Existenz wandert (eher östliche Anschauung) oder ob es nach der nur einmaligen Erscheinung der Seele wieder spurlos verschwindet (eher westliche Anschauung), kann man logisch wohl nicht beantworten. Das eine oder das andere wird – je nach Kulturbereich – dogmatisch als Glaube festgelegt (zum Beispiel die westliche Anschauung für die Christen als Beschluß eines mittelalterlichen Bischofskonzils). Westlich wissenschaftlich gesehen sind es festgelegte Grundannahmen, also ein Paradigma.

Unter karma (sanskrit)

versteht man im Osten den angeborenen Teil des Schicksals eines Lebens (nicht Vorsehung, da karma auf der eigenen früheren Lebenstätigkeiten beruht, nicht auf Entscheidungen einer höheren Kraft); es ist in früheren Leben angelegt und verändert worden.

Ein Mensch kann sein karma durch die Lebensweise verändern: er kann nämlich in einer Reihe von Wiedergeburten das karma immer mehr verbessern. Das heißt: er kann sich zu immer leichteren Leben führen, besonders wenn dieser Mensch ein so klares Bewußtsein hat, daß er durch rechten Lebenswandel (zum Beispiel dargestellt in BUDDHA´s acht edle Tugenden) auf einen Ausgleich der verschiedenen Kräfte und auf eine Auflösung des karma hinstreben kann. Am Ende steht in einem solchen Fall die Auflösung, nämlich das nirvana (= Auslöschen der Flamme). Doch auch eine ”Verschlechterung” des karmas ist möglich durch einen entsprechenden Lebenswandel.

Es wird und wurde viel spekuliert, was karma eigentlich ist: was geht von einer in die nächste Existenz über? Meine Vorstellung ist, daß sich nicht das Glückliche sondern nur das Unglückliche, die Schmerzen und Fehlverhalten im karma festlegen. Denn das Glückliche ist Natur, ist uns das Natürlichste, es ist Natur- oder Gott-gewollt, der vollständig glückliche Mensch hätte demnach kein karma mehr und kann am Ende des Lebens ins nirvana eingehen.