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Die Fantasie-Reise

 

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Bild 49, das maha-mandapam im Jagadamba-Tempel, in der Mitte die Feuerstelle - Vorschaubild

Bild 49, das maha-mandapam im Jagadamba-Tempel, in der Mitte die Feuerstelle

Es sind ein paar bhikkhunis da, die einen Gesang aus Shiva´s Worten an seine Göttin Shakti singen, erst die Anrufung:

»Om, Shanti, Shanti, Shanti«
und dann der Text:
»Während du geliebkost wirst, süße Prinzessin, gehe ein in die Liebkosung
als in das ewigwährende Leben«

»Om, Shantih, Shantih, Shantih«

[Om ist der unhörbare Laut der Unendlichkeit, der Ewigkeit, und shantih bedeutet Frieden. Der Text »Während du geliebkost ...« findet sich im Buch von REPS, Nummer 41]

Und sie erläutern uns diese Meditation: Geliebte Göttin, lege dich auf den Rücken und versinke, versinke ganz in die Liebkosungen deines göttlichen Geliebten: das ist ein Weg, alles loszulassen, alle umherjagenden Gedanken und Sorgen im Kopf loszulassen, und das ewigwährende Leben in deinem fraulichen Geist zu erkennen. Und so bereitest du dich vor für die Entdeckung der Stille in dir – in heiterer Gelassenheit.

In dieser Stille erleben wir Männer die Frau in uns – die einen Teil der Seele eines jeden Mannes ausmacht. Die bhikkhuni leitet uns mit zarten Worten an, doch sie lässt unseren eigenen Visionen allen Raum. Ich erlebe, wie in mir die Innere Frau erzittert und mein Äußerer Mann sich erhebt und zu mir kommt und wir in die Tiefe der Liebesvereinigung versinken. Nun bin ich – obwohl ein Mann – ganz Frau, und ich erfahre, was es ist, eine Frau zu sein. Ich erlebe das Lebendige dieses männlichen Partners tief in meinem Körper, spüre, wie in höchster Ekstase sich das warme Flüssige meines geliebten Mannes in mir ausbreitet.

Nach einer langen Zeit dieser Nähe zueinander, und Bewegungen und Liebe lösen wir uns. Allein und einsam liege ich da, sehe hoch hinauf zur Decke, und da sehe ich einen großen Skorpion umherkriechen – kommt nun diese Angst buchstäblich zu mir? Bedroht dieses Tier mich hier und jetzt, was ich vorher nur als Bild sah?

... und eine Musik fordert uns zum Tanzen auf. Zuerst schüttele ich meinen Körper, will die Erinnerung an diese giftigen Stachel abschütteln. Ich tanze, wie ich als Frau tanzen würde: mit den Füßen fest am Boden, stampfend und mit meinen Gewändern schwingend, und mein Gesang hat eine hohe und feine Stimme, sie klingt als Gegensatz zu dem schweren Stampfen der Füße.

Eine bhikkhuni führt uns durch den Tempel und zeigt uns alles, was die Bildhauerinnen und Bildhauer einst geschaffen haben: diese reich verzierte Decke – oder ist es wirklich »nur« Verzierung, haben alle Zeichen da oben nicht eine Bedeutung? ... eine Bedeutung, die ich euch nicht mit Worten erklären kann, die aber eine tiefe Wirkung hat? Eine Wirkung der Ehrfurcht vor dieser Kunst, vor dieser Hingabe bei der Gestaltung, und es soll schon so lange her sein, daß die Frauen und Männer diesen Tempel getaltet haben. Ja, ich glaube, Frauen waren es, die diese Kunst gestaltet haben. Tiefe Liebe und Ehrfurcht. ...

Bild 50, die Decke des maha-mandapam, ich schätze 20 Tonnen schwer, acht Säulen - Vorschaubild

Bild 50, die Decke des maha-mandapam, ich schätze 20 Tonnen schwer, acht Säulen