Bild 20, Bougainvillea, dahinter Kandariya-Tempel
Irgendwo sitzt eine Frau in weiten Tüchern und spielt leise auf ihrer vina, ein junger Mann begleitet sie gelassen auf der tabla. Die Menschen hier sind so schlicht, wie wir es im Dorf nie sind, selbst im Schlaf nicht. Ich fühle mich nach kurzer Zeit schon viel gelassener, setze mich unter einen schattigen Busch – und schlafe bald einen leichten Schlaf.
Bild 21, vina-Spielerin nach einem Foto von Martin HÜRLIMANN aus seinem Buch „Indien“ 1966.
Im Schatten der Büsche und Bäume sitzen Menschen mit untergeschlagenen Beinen, manche im Lotos-Sitz, mit geschlossenen oder eher noch mit halbgeschlossenen Augen, und sinken ins dhyan, in ihre innere Stille. Andere sind nur still und beobachten diesen Park und die Blumen und Schmetterlinge. Ich liebe eher die einfachen Farben bei den Tieren. Andere tanzen umher und erfreuen sich an ihrer eigenen Lebendigkeit, an den schwingenden Armen und Kleidern, an den wehenden Haaren. Es wird kaum gesprochen – was gibt es auch zu sagen, wir sind hier und unsere Gedanken sind mit uns.
Bild 22, im Park
Da ist die bhikkhuni, die mich eingeladen hat, heute trägt sie eine blaß-gelbe Robe. Sie ist so etwas wie eine Seelsorgerin, die sich um das seelische Ergehen der Leute in unserem Bezirk kümmert. Sie arbeitet im Auftrag des Fürsten, der – wie alle Chandela-Fürsten – nach dem Prinzip regiert: wenn es meinen Leuten seelisch gut geht, dann geht es dem Land gut, dann gibt es keine Unzufriedenheit, dann gibt es keine Machtgier, die den Frieden gefährdet.
Bild 23, im Osho-Teerth, Meditationspark in Pune (Indien), so mag es in den mittelalterlichen Parks in Khajuraho ausgesehen haben