Navigation überspringen.
 

Die Fantasie-Reise

 

Seite:

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17

18

19

... herrisch, verwirrend, unendlich wirr mit den tausenden von kleinen und größeren Ornamenten und Figuren bedeckt. Darin der dunkle Eingang, noch mal viele, hohe Stufen hoch, hoch oben entfernt von mir, und der Eingang ist verengt durch Steinornamente, die von oben vom Sturz hineinragen, wie lange Zähne, gefährliche, bleckende Krokodilsschnauzen darstellend – doch das ist noch nicht dran ...

Mühsam steige ich auf den Sockel, meine Robe wird von eimem kurzen, heißen Windstoß herumgewirbelt, und ich fühle mich so nackt, allen Blicken da unten ausgesetzt – wahrscheinlich sieht aber niemand zu mir hin. Hier oben, auf dem Sockel stehen, sitzen und liegen ein paar hundert Menschen, Frauen und Männer, Alte und Junge, auch ältere Kinder – alle so wie ich gekleidet, in weiße oder gelbe oder orange Roben. Festlich sehen ihre Gesichter nicht aus, manche lachen, aber in den meisten Gesichtern stehen Zweifel, ja Weinen geschrieben, in anderen Genuß, ja Gier, in manchen Klarheit und Stille, reine Stille – zu beneiden sind sie.

Auf diesem Sockel werde ich nun einmal um den Tempel herumgeleitet. Der Blick nach außen, über die Balustrade und über den Park in die entfernte Stadt hinein zeigt, daß ich nun ganz wo anders bin, weit weg von all dem Trubel des Städtischen. Und ein Blick zum Tempel zeigt mir, nun ist hier so etwas wie Märchenland, wenn auch rätselhaft und außergewöhnlich. Die Außenwand ist übersät mit tausenden von kleinen und größeren Figuren, die höchsten mehr als eine Elle hoch: Menschen, Elefanten, Pferde, Affen und Fantasietiere – die größeren werden shardul genannt – und noch vieles mehr. Dazwischen Zeichen, für die ich keine Namen habe, Ornamente oder mehr.

Bild 30, am Parsvanath-Tempel - Vorschaubild

Bild 30, am Parsvanath-Tempel

Bild 31, am Parsvanath-Tempel, zwei shardul-Dämonen - Vorschaubild

Bild 31, am Parsvanath-Tempel, zwei shardul-Dämonen

Mir wird erläutert, wie ich nun damit umgehen kann: schau dir diese Figuren an, genieße sie, lasse jede einzeln in dich eintreten und wirken, sieh zu, ob es tief innen eine Bewegung gibt, ob sich ein Gefühl regt, eine Freude, ein Sehnen, eine Begierde, ein Zorn oder sonst was. Oder etwas ganz Neues. Und wenn etwas in Bewegung gerät, laß es zu, drücke es nicht weg, gehe in dies Gefühl hinein und laß es wirken, laß es sich ausdrücken, laß dich in dies Gefühl hineinsinken – es gehört zu dir wie deine Nase oder wie dein tägliches Leben im Dorf

Bild 32, beim Jagadamba-Tempel - Vorschaubild

Bild 32, beim Jagadamba-Tempel