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Zitate von OSHO zum Verständnis der Fantasiereise

 

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Du wirst nur dann verwandelt, wenn deine Energie in eine andere Richtung fließt als bisher. Bisher fließt sie noch nach außen, aber nun beginnt sie, im Innern zu fließen. Erst fließt sie noch nach unten, aber dann steigt sie aufwärts. Dieses Aufwärtsfließen der Energie wird Kundalini genannt. Du wirst sie tatsächlich in deiner Wirbelsäule fließen fühlen ... und je höher sie dringt, desto höher bewegst du dich mit ihr.

Wenn diese Energie das Brahma Randha [= Sahasrar-Chakra, Scheitel-Chakra] erreicht – das höchste Zentrum in dir, das sich unter der Schädeldecke befindet –, dann bist du auf der höchstmöglichen Stufe angelangt – dann bist du das, was GURDJIEFF als den Mensch Nummer Sieben bezeichnet. Wenn sich deine Energie nur im Sex-Zentrum befindet, bist du Mensch Nummer Eins. Wenn ein wenig Energie zum Herzen steigt, dann bist du Mensch Nummer Zwei, der Mensch mit Gefühl. Wenn Energie zum Intellekt geht, bist du Mensch Nummer Drei, der Verstandesmensch. Das sind die gewöhnlichen Menschentypen – alle neurotisch auf ihre eigene Weise. Der eine ist emotional neurotisch, der andere körperlich, der dritte in seinem Denken. Aber alle drei sind ganz gewöhnliche Menschen.

Mensch Nummer Vier ist einer, der versucht, die Energie nach innen zu leiten. Der Mensch, der meditiert und sich bemüht, seine Neurose, seine Spaltungen, seine Schizophrenie aufzulösen, das ist Mensch Nummer Vier. Indem sich diese Energie nach oben und innen wendet, wird ein höherer Mensch geschaffen. Dieser höhere Mensch ist dann nicht mehr neurotisch, nicht mehr schizophren – er ist heil, er ist ganz.

Dann kommt ein Moment, wenn die Energie sich von deinem letzten Zentrum [dem Brahma Randhra] löst und in den Kosmos aufsteigt. Du wirst zum Übermenschen. Oder, besser, du bist nicht länger ein Mensch. Und erst in diesem Moment – wenn du nicht länger Mensch bist – bist du nicht mehr verrückt. Der übliche Mensch kann also nicht anders als auf irgendeine Weise verrückt zu sein, weil sein Wesen sich nicht kristallisiert hat. Im Gegenteil, er ist nur eine Fassade. Der Mensch ist nichts Abgeschlossenes, sondern eher ein Prozess – auf halbem Weg. Er ist nicht mehr Tier und er ist noch nicht das, wozu er bestimmt ist. Er ist einfach nur auf halber Strecke zwischen Tier und Gott. [NIETZSCHE soll in diesem Zusammenhang gesagt haben: »der Mensch ist eine Brücke«]

Das ist es, was Neurosen erzeugt. Du bist nicht mehr Tier, aber das Tier steckt noch immer in dir. Es zieht dich unentwegt nach unten. Es gibt daran nichts Schlechtes; ein Tier kann nichts anderes tun. Es zieht dich nach unten, weil das seiner Natur entspricht. Aus diesem Grunde zieht es dich ins Sex-Zentrum.

Das Sex-Zentrum ist das höchste Zentrum für das Tier und das niedrigste für den Menschen. Deswegen hat das Tier in dir keine andere Wahl. Es zieht dich zum Sex-Zentrum hinunter. Das aber ist dein niedrigstes Zentrum und nicht deine höchste Möglichkeit. Deine höchste Möglichkeit liegt im Übermenschen – jenseits des Menschlichen; sie ist etwas, das über das Menschliche hinausgeht.

Diese höchste Möglichkeit – der Übermensch, der Gott in dir – zieht dich immerzu nach oben. Diese beiden Zugkräfte erzeugen Schizophrenie. In einem Moment zieht es dich nach oben und du bist wie ein Heiliger, und im nächsten Moment zieht es dich nach unten und du benimmst dich wie ein Tier. Der Geist verwirrt sich. Du kannst nicht mit ganzem Herzen ein Tier sein – du kannst dich nicht mit dem inneren Tier zufrieden geben, weil du immer von der höheren Möglichkeit, die noch im Keim steckt, herausgefordert wirst.

Und so spaltest du dich in zwei Hälften. Du schiebst den tierischen Teil ins Unbewußte ab und identifizierst dich bewußt mit der höheren Möglichkeit, die du aber noch nicht bist. Diese höhere Möglichkeit ist das Ideal, die Vollendung. Soweit du bewußt bist, identifizierst du dich mit der Vollendung, aber unbewußt stehst du am Anfang. Diese zwei Punkte erzeugen Konflikt, und du kannst dem Zwiespalt nicht entkommen, bevor du nicht über das Menschliche hinausgehst. Der Mensch ist Wahnsinn.«

Im Aufsatz "Begegnung von Ost und West" in der Zeitschrift the Osho Times International (OSHO 1995) findet sich das Folgende:

»Drei Jahrhunderte Britenherrschaft in Indien haben Indiens eigenes Erziehungssystem zerstört – das etwas vollkommen anderes gewesen war. Sie haben die östliche Intelligenzia praktisch in eine zweitrangige westliche Intelligenzia verwandelt. Sie haben dem Osten ihre Seuche der Gehetztheit, der Eile, der Unrast, der ständigen Seelenqual und Angst gegeben.

Wenn ihr die Tempel von Khajuraho oder die Tempel von Konarak seht, könnt ihr den Osten in seinem wahren Licht sehen.

Allein in Khajuraho gab es einhundert Tempel; nur dreißig haben überlebt, siebzig sind von den Mohammedanern zerstört worden. Tausende von Tempeln von ungeheurer Schönheit und Plastizität sind von den Mohammedanern zerstört worden. Diese dreißig haben überlebt. Es war nur Zufall, weil sie Teil eines Urwaldes waren. Vielleicht haben die Invasoren sie übersehen.

Aber der britische Einfluß auf den indischen Geist war so groß, daß selbst ein Mann wie Mahatma Gandhi wollte, daß diese dreißig Tempel mit Schlamm bedeckt würden, damit niemand sie sehen könne. Beim bloßen Gedanken an die Menschen, die diese hundert Tempel einst bauten ... jeder Tempel muß Jahrhunderte Bauzeit benötigt haben. Sie sind so zierlich in der Struktur, so wohlproportioniert und schön, daß es auf der ganzen Erde keine Parallele zu ihnen gibt.

Und ihr könnt euch vorstellen, daß Tempel nicht für sich existieren. Wenn es dort einhundert Tempel gab, muß es eine Stadt mit Tausenden von Menschen gegeben haben. Anderenfalls, was sollen einhundert Tempel? Wo sind diese Menschen? Zusammen mit den Tempeln sind diese Menschen abgeschlachtet worden.

Und diese Tempel nehme ich deshalb als Beispiel, weil ihre Skulpturen dem westlichen Geist pornographisch vorkommen werden. Mahatma Gandhi kamen sie jedenfalls pornographisch vor.

Indien hat Rabindranath Tagore so viel zu danken! Er war der Mann, der Mahatma Gandhi und andere Politiker hinderte, als sie hergehen und die Tempel zudecken, sie vor den Augen des Volkes verstecken wollten. Rabindranath Tagore sagte: »Das ist völliger Schwachsinn. Sie sind nicht pornographisch, sie sind absolut schön.«

Zwischen Pornographie und Schönheit ist eine sehr feine Linie. Eine nackte Frau ist nicht notwendig pornographisch; ein nackter Mann ist nicht notwendig pornographisch. Ein schöner Mann, eine schöne Frau, nackt, können ein Inbegriff der Schönheit, der Gesundheit, des Ebenmaßes sein. Sie sind die herrlichsten Geschöpfe der Natur. Wenn ein Reh nackt sein kann und dabei schön – und kein Mensch hält das Reh für pornographisch –, warum kann man dann einen nackten Mann oder eine nackte Frau nicht ebenso als schön ansehen?