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RÁMACHANDRA KAULÁCHÁRA

... war um etwa 12oo Architekt in Indien und schrieb eine Anweisung zum Bau von tantrischen Tempeln – wenn auch eine andere Art als die in Khajuraho –, das ”Silpa Prakásha” (Übersetzung ins Englische 1966). In diesem Buch geht es zwar in erster Linie um architektonische Anweisungen, aber der Wille, ein religiöses Bauwerk zu errichten, ist überall spürbar. Um zu erklären, wieso an einem tantrischen Tempel so viele Figuren der Liebe befinden sollten, schreibt er (sehr stark gekürzt):

»Kama [das sind die erotischen Begierden] ist die Wurzel des Universums. Aus dem Kama sind alle Wesen geboren. Ohne Shiva und Shakti [die beiden göttlichen Polaritäten der Existenz: männlich und weiblich, also die ersten, aus denen Kama entstand] wäre die Schöpfung nichts als eine leere Vorstellung. Ohne die Tätigkeit von Kama, der Liebeskraft der Vereinigung, gäbe es weder Geburt noch Tod. ... Ein Tempel ohne Liebes-Skulpturen ist bekannt als ein Ort, den man meiden sollte.«